Arnstadt - Historische Ansichten

Die ehemalige Malzfabrik

Arnstadt hatte einst eine eigene Malzfabrik in der Ichterhäuser Straße und am Rehestädter Weg.
Von dieser ist heute nichts mehr zu erahnen. An der Stelle befindet sich ein größeres Autohaus. Die ehemalige Malzfabrik
Die ehemalige Malzfabrik von Westen her im Jahre 1947. Foto: Stadt- und Kreisarchiv Arnstadt


Die Malzfabrik wurde 1872 von Heinrich Adolf Mendius und Karl Röthcher gegründet. Ab 1875 firmierte der Betrieb als Thüringer Malzfabrik H. Mendius & Co..
1887 wurde die Firma an Hermann und Sally Windesheim aus Erfurt verkauft.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Betrieb unter Führung der Familie Windesheim erfolgreich und zählte zu den damals größten Kastenmälzereien Deutschlands.
Der gute Ruf des Unternehmens und seiner Produkte trug dazu bei, dass in Arnstadt die Erste Interessenvereinigung deutscher Malzfabriken G.m.b.H ihren Sitz hatte und "Arnstadt-Malz" zu einem Begriff für Qualität wurde. Das ehemalige Malzfabrikmuseum
Das ehemalige Malzfabrikmuseum am Rehestädter Weg

1910 begannen Erweiterungen am Rehestädter Weg. In den Folgejahren bestimmte der technische Fortschnitt das weitere Aufstreben des Unternehmens. Trotz aller Bemühungen durch Innovation und Investition am Ball zu bleiben, schlugen sich die Folgen der Weltwirtschaftskrise auch in diesem Unternehmen nieder. Es folgte 1931 eine Stilllegung des Betriebes. Nach und nach erholte sich das Unternehmen durch finanzielle Beteiligungen und ab 1932 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.
1934 entwickelte der Malzmeister Christof Holler das "Arnstädter Neun-Tage-Malz" welches durch Warenzeichen geschützt wurde.
Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wurde ein im Betrieb befindliches Lebensmittellager der Bevökerung freigegeben.
Nach dem Krieg wurde der Betrieb verstaatlicht und produzierte Malz und artverwandte Produkte.
1991 wurde die Produktion endgültig eingestellt. 1993 erfolgte der Verkauf an einen Autohändler. 1994 wurden, bis auf das spätere "Malzmuseum", alle Gebäude abgerissen und der Gleisanschluss stillgelegt.
Nach Beräumung des Geländes erfolgte der Bau eines großen Autohauses, welches bis heute besteht. Das "Malzmuseum" fiel leider Anfang der 2000er Jahre ebenfalls dem Abrissbagger zum Opfer, sodass heute nichts mehr an die Malzfabrik erinnert.